Geschwindigkeitsüberschreitung

Was ist eine Geschwindigkeitsüberschreitung?

Eine Geschwindigkeitsüberschreitung liegt vor, wenn ein Fahrer schneller fährt, als es die Straßenverkehrsordnung erlaubt. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab: der Art der Straße (innerorts, außerorts, Autobahn), dem Fahrzeugtyp, den Verkehrsverhältnissen und ggf. besonderen Beschilderungen.

Während geringfügige Überschreitungen oft nur zu Verwarnungen oder Bußgeldern führen, können schwerere oder wiederholte Verstöße ernste Konsequenzen nach sich ziehen – bis hin zu einem Fahrverbot oder sogar der Anordnung einer medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). Gerade wenn das Verhalten als rücksichtslos oder notorisch angesehen wird, kann es als Hinweis auf eine mangelnde Fahreignung gewertet werden.

Rechtliche Grundlagen und typische Sanktionen

Das Regelwerk für Geschwindigkeitsverstöße ergibt sich aus der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) und dem dazugehörigen Bußgeldkatalog (BKatV). Die Höhe der Sanktionen ist dabei gestaffelt nach dem Maß der Überschreitung und der Örtlichkeit (innerorts oder außerorts).

Übersicht gängiger Sanktionen

  • bis 20 km/h zu schnell: meist nur Verwarn- oder Bußgeld (keine Punkte)
  • ab 21 km/h innerorts oder ab 26 km/h außerorts: 1 Punkt im Fahreignungsregister
  • ab 31 km/h innerorts oder 41 km/h außerorts: 1 Punkt + 1 Monat Fahrverbot
  • Bei mehrmaligen Verstößen: Wiederholungstäterregelung, die auch unabhängig von der Schwere zur Sanktion führen kann

Besonders in der Probezeit werden bereits geringere Verstöße streng geahndet. In solchen Fällen kann ein Aufbauseminar verpflichtend sein, bei weiteren Auffälligkeiten sogar eine MPU wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen.

MPU wegen Geschwindigkeitsüberschreitung

Die Anordnung einer MPU erfolgt nicht bei jeder Geschwindigkeitsüberschreitung. Vielmehr prüft die Fahrerlaubnisbehörde im Einzelfall, ob die Verstöße Zweifel an der charakterlichen oder psychologischen Eignung des Fahrers aufwerfen. Wenn solche Zweifel bestehen, wird die betroffene Person zur MPU geladen, um die Fahreignung begutachten zu lassen.

Wann führt eine Geschwindigkeitsüberschreitung zur MPU?

Die typischen Auslöser für eine MPU wegen zu schnellen Fahrens sind:

  • Mehrere erhebliche Tempoverstöße innerhalb eines kurzen Zeitraums
  • Punktehäufung im Fahreignungsregister, insbesondere ab 8 Punkten
  • Fahrverhalten mit Gefährdung anderer, z. B. durch Raserei oder Drängeln
  • Kombination aus Geschwindigkeitsverstößen und anderen Auffälligkeiten (z. B. Rotlichtverstoß, Handyverstoß, fehlender Abstand)

Je nach Einzelfall lautet die MPU-Fragestellung:
„Ist zu erwarten, dass die betroffene Person auch künftig erheblich gegen verkehrsrechtliche Vorschriften verstoßen wird?“

Wie läuft die MPU bei Geschwindigkeitsverstößen ab?

Die MPU wegen Geschwindigkeitsauffälligkeiten besteht – wie jede MPU – aus mehreren Teilen: einer medizinischen Untersuchung, einem Leistungstest (Reaktion, Konzentration) und dem psychologischen Gespräch. Gerade Letzteres ist entscheidend für die Bewertung der Fahreignung.

Im psychologischen Teil wird beurteilt, ob:

  • das frühere Verhalten kritisch reflektiert wurde
  • die Ursachen (z. B. Stress, Leistungsdruck, Selbstüberschätzung) verstanden wurden
  • eine glaubhafte und nachhaltige Verhaltensänderung erfolgt ist
  • der Betroffene konkrete Strategien zur Vermeidung künftiger Verstöße entwickelt hat

Wichtig ist, dass nicht nur Reue geäußert wird, sondern dass auch sichtbare Änderungen im Alltag umgesetzt wurden – z. B. defensiveres Fahrverhalten, bewussterer Umgang mit Zeitdruck oder Stressbewältigung.

Punkte, Fahrverbote und Wiederholungstäter

Wer bereits mehrere Punkte in Flensburg hat oder durch wiederholte Verstöße auffällt, sollte die Entwicklung ernst nehmen. Bei Erreichen von 8 Punkten im Fahreignungsregister wird die Fahrerlaubnis entzogen, und eine MPU ist zwingend erforderlich, um sie zurückzuerhalten.

Möglichkeit zum Punkteabbau

Mit einem Punktestand von bis zu 5 Punkten kann durch die freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungsseminar (§ 4 StVG) ein Punkt abgebaut werden. Danach ist diese Möglichkeit erst wieder nach 5 Jahren verfügbar. Wer diese Chance nutzt, kann ggf. eine spätere MPU vermeiden.

MPU-Vorbereitung bei Geschwindigkeitsverstößen

Wer bereits weiß, dass eine MPU droht – oder sogar schon aufgefordert wurde – sollte sich gezielt vorbereiten. Eine MPU-Beratung hilft dabei, den eigenen Fall zu analysieren, die wichtigsten Fragen zu beantworten und sich auf das psychologische Gespräch authentisch und strukturiert vorzubereiten.

Wichtige Fragen in der Vorbereitung

  • Was hat mich dazu gebracht, immer wieder zu schnell zu fahren?
  • Wie habe ich mein Verhalten konkret verändert?
  • Wie gehe ich heute mit Stress, Zeitdruck oder Risikosituationen um?
  • Warum wird sich mein Verhalten in Zukunft nicht wiederholen?

Wer diese Fragen ehrlich beantworten kann und sein Verhalten glaubhaft darstellt, hat gute Chancen auf ein positives Gutachten.

Fazit: MPU wegen Geschwindigkeitsüberschreitung erfolgreich meistern

Eine MPU wegen Geschwindigkeitsüberschreitung ist nicht zu unterschätzen. Sie signalisiert, dass die Fahrerlaubnisbehörde grundlegende Zweifel an der persönlichen Eignung hat. Doch wer offen mit dem früheren Verhalten umgeht, reflektiert und zeigt, dass sich wirklich etwas geändert hat, kann diese Herausforderung bestehen.

Tipp: Je früher die Vorbereitung beginnt, desto besser die Erfolgsaussichten – besonders mit Unterstützung durch eine spezialisierte MPU-Beratung.

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