Der Führerschein ist das amtliche Dokument, das die Berechtigung zum Führen bestimmter Kraftfahrzeugklassen (die Fahrerlaubnis) nachweist. Er ist somit nicht die Erlaubnis selbst, sondern lediglich der Nachweis über die erteilte Fahrerlaubnis.
Für Personen, die eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) absolvieren müssen, spielt der Kartenführerschein eine zentrale Rolle: Er muss im Falle des Entzugs der Fahrerlaubnis bei der Behörde abgegeben werden. Die MPU dient dazu, die Voraussetzungen für die Neuerteilung der Fahrerlaubnis zu schaffen, damit anschließend ein neues Führerscheindokument ausgestellt werden kann.
Was ist der Führerschein rechtlich gesehen?
Wie unterscheidet sich der Führerschein von der Fahrerlaubnis?
Der Führerschein und die Fahrerlaubnis werden im allgemeinen Sprachgebrauch oft verwechselt, doch juristisch besteht ein entscheidender Unterschied:
- Fahrerlaubnis: Der zugrundeliegende, hoheitliche Rechtsanspruch (die “Dürfen“-Erlaubnis) zum Führen von Kraftfahrzeugen. Wird sie entzogen, erlischt die Berechtigung.
- Führerschein: Das physische Dokument im Scheckkartenformat, das lediglich die Existenz der Fahrerlaubnis beweist (der “Nachweis“-Akt).
Der Entzug der Fahrerlaubnis führt zur Ungültigkeit des Führerscheindokuments und zur Pflicht, dieses abzugeben.
Welche Informationen enthält der Führerschein?
Der Führerschein enthält neben den persönlichen Daten des Inhabers Informationen zu den Fahrzeugklassen (z. B. A, B, C, D) und den jeweiligen Gültigkeitsdauern. Außerdem sind spezifische Schlüsselzahlen vermerkt, die bestimmte Auflagen (z. B. nur Fahren mit Sehhilfe oder Automatikgetriebe) oder Beschränkungen enthalten.
Was passiert mit dem Führerschein bei Entzug der Fahrerlaubnis?
Muss ich meinen Führerschein abgeben, wenn mir die Fahrerlaubnis entzogen wird?
Ja. Sobald die Fahrerlaubnisbehörde oder das Gericht den Entzug der Fahrerlaubnis anordnet, ist der Inhaber gesetzlich verpflichtet, das Führerscheindokument unverzüglich bei der zuständigen Behörde abzugeben.
Das Dokument wird dann vernichtet oder ungültig gestempelt. Nach erfolgreicher MPU und Neuerteilung der Fahrerlaubnis erhalten Sie kein altes, sondern ein neues Führerscheindokument mit neuem Ausstellungsdatum.
Wie lange ist mein alter Führerschein nach Entzug noch gültig?
Er ist sofort ungültig, sobald der Bescheid über den Entzug rechtskräftig wird. Das Dokument hat nach dem Entzug der Fahrerlaubnis keinerlei Gültigkeit mehr als Nachweis der Fahrerlaubnis. Wer trotzdem fährt, begeht den Straftatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis (§ 21 StVG), was schwere strafrechtliche Folgen nach sich zieht.
Wann erhalte ich meinen Führerschein nach erfolgreicher MPU zurück?
Wie lange dauert es, bis ich den neuen Führerschein in den Händen halte?
Die Ausstellung des neuen Führerscheindokuments erfolgt erst, nachdem die Neuerteilung der Fahrerlaubnis durch die zuständige Behörde (Führerscheinstelle) beschlossen wurde. Dieser Prozess beginnt, wenn:
- Die Sperrfrist abgelaufen ist oder ein Sperrfristende in Aussicht steht.
- Ein positives MPU-Gutachten vorliegt.
Die Bearbeitung und der Druck des endgültigen Dokuments durch die Bundesdruckerei dauern in der Regel mehrere Wochen. Die Fahrerlaubnis tritt formal in Kraft, sobald die Behörde die Neuerteilung beschließt und diese bescheinigt. Auf Antrag stellt Ihnen die Fahrerlaubnisbehörde für die Übergangszeit einen vorläufigen Führerschein (oder eine amtliche Bescheinigung über die Fahrberechtigung) aus.
Wichtig: Das Fahren ist erst ab diesem Zeitpunkt und nur mit dem Besitz des vorläufigen Dokuments oder des neuen, ausgehändigten Führerscheindokuments erlaubt. Ohne eine solche Bescheinigung begehen Sie trotz erfolgter Neuerteilung den Tatbestand des Fahrens ohne Fahrerlaubnis.
Kann ich meinen alten Führerschein wiederverwenden?
Nein. Das alte Dokument wurde im Zuge des Entzugs ungültig. Sie erhalten ein neues Dokument im aktuellen Scheckkartenformat, das die neuerteilte Fahrerlaubnis bescheinigt.
