Die Beurteilungskriterien spielen bei der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) eine zentrale Rolle. Sie definieren, nach welchen Maßstäben die Fahreignung einer Person beurteilt wird – und ob eine Wiedererteilung der Fahrerlaubnis möglich ist. Diese Kriterien sind bundesweit einheitlich geregelt und werden von allen anerkannten Begutachtungsstellen für Fahreignung (BfF) angewendet.
Ziel ist es, das individuelle Fehlverhalten objektiv und nachvollziehbar zu bewerten, um eine verkehrssichere Entscheidung im Sinne der Allgemeinheit zu ermöglichen.
Was sind Beurteilungskriterien?
Beurteilungskriterien sind fachlich und rechtlich definierte Vorgaben, die die MPU-Gutachter zur Einschätzung der Fahreignung heranziehen. Sie stammen aus den offiziellen „Beurteilungskriterien für Fahreignung“, die in Zusammenarbeit mit der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) entwickelt und regelmäßig aktualisiert werden. Dort ist detailliert beschrieben, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, um z. B. nach Alkohol- oder Drogenauffälligkeiten wieder als geeignet zum Führen eines Kraftfahrzeugs zu gelten.
Die Kriterien betreffen u. a. die Einsicht in das frühere Fehlverhalten, die Stabilität der Verhaltensänderung, die Erkenntnis über Rückfallrisiken sowie den konkreten Umgang mit Konsum, Stress oder Risikosituationen.
Wie werden die Kriterien angewendet?
In der MPU beurteilen die Gutachter die Aussagen der betroffenen Person im Gespräch anhand dieser Vorgaben. Dabei geht es nicht nur um das „richtige“ Antworten, sondern vor allem um:
- Glaubwürdigkeit und innere Überzeugung
- stabile Veränderung im Alltag
- Reflexion und Eigenverantwortung
- konkrete Handlungsstrategien für die Zukunft
Ob jemand tatsächlich als wieder fahrtauglich gilt, hängt also maßgeblich davon ab, ob die Beurteilungskriterien erfüllt sind. Auch medizinische Nachweise wie Abstinenznachweise, Leberwerte, Urinkontrollen oder Haaranalysen fließen in die Bewertung ein – sie allein reichen aber nicht aus.
Bedeutung für die Vorbereitung
Wer sich gezielt auf die MPU vorbereiten möchte, sollte die Beurteilungskriterien kennen – oder sich von einer MPU-Beratungsstelle erklären lassen. So lassen sich typische Fallstricke vermeiden und zentrale Fragen strukturiert aufarbeiten. Besonders bei wiederholtem Fehlverhalten, längerer Sperrfrist oder dem Verdacht auf Suchtproblematik ist eine fundierte Auseinandersetzung mit den Kriterien entscheidend.
Eine gute MPU-Vorbereitung hilft, die eigene Geschichte nachvollziehbar zu erzählen – und zu zeigen, dass aus Fehlern gelernt wurde. Genau das erwarten Gutachter: Nachvollziehbarkeit, Stabilität und Zukunftsfähigkeit.
Fazit
Die Beurteilungskriterien sind das Fundament jeder MPU-Entscheidung. Sie machen das Verfahren nachvollziehbar, objektiv und einheitlich. Wer weiß, worauf es ankommt – und gezielt an den geforderten Veränderungen arbeitet – kann den Gutachter davon überzeugen, wieder als verkehrstauglich zu gelten. Fachlich fundierte Beratung ist dabei oft der Schlüssel zum Erfolg.
