Ein Drogenscreening-Programm ist eine systematische Reihe von chemisch-toxikologischen Untersuchungen, die nach verbindlichen CTU-Kriterien durchgeführt werden. Im Rahmen der medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU) dient ein solches Programm dazu, einen gerichtsfesten und zuverlässigen Abstinenznachweis für illegale Drogen oder psychoaktive Substanzen zu führen.
Die regelmäßigen Tests innerhalb eines Drogenscreening-Programms werden typischerweise mit Urinproben oder Haaranalysen durchgeführt. Sie müssen über einen genau definierten Zeitraum (in der Regel mindestens sechs bis zwölf Monate) erfolgen und dürfen nur in dafür zugelassenen, zertifizierten Laboren stattfinden.
Wann benötigt man ein Drogenscreening-Programm?
Ein Drogenscreening-Programm wird insbesondere dann benötigt, wenn:
- die Fahrerlaubnis aufgrund von Drogenkonsum entzogen wurde,
- die Fahrerlaubnisbehörde einen eindeutigen und gerichtsfesten Nachweis einer langfristigen Abstinenz verlangt,
- im Rahmen einer MPU glaubhaft gemacht werden soll, dass keine Drogen mehr konsumiert werden.
Die regelmäßigen Screenings sorgen dafür, dass der Nachweis über die Abstinenz lückenlos, glaubwürdig und rechtssicher geführt werden kann.
Ablauf und Organisation eines Drogenscreening-Programms
Ein Drogenscreening-Programm läuft nach klar definierten Vorgaben ab:
- Anmeldung bei einem zertifizierten Labor oder einer Begutachtungsstelle, die nach den CTU-Kriterien arbeitet.
- Unregelmäßige und unangekündigte Termine, um Manipulationen auszuschließen.
- Probenentnahme unter direkter Aufsicht, um sicherzustellen, dass die Proben tatsächlich von der betroffenen Person stammen.
- Auswertung im zertifizierten Labor unter Einhaltung verbindlicher Cut-Off-Werte.
- Ausstellung eines gerichtsfesten Ergebnisnachweises nach jedem Screening-Termin sowie eines Gesamtzertifikats am Ende der Abstinenzzeit.
Meistens wird ein Drogenscreening-Programm als Urin-Kontrollprogramm durchgeführt (häufige Variante). Alternativ oder ergänzend kommen Haaranalysen zum Einsatz.
Bedeutung für die MPU
Ein ordnungsgemäß durchgeführtes Drogenscreening-Programm ist oft die wichtigste Grundlage, um eine MPU nach einer Drogenauffälligkeit überhaupt bestehen zu können. Nur mit einem dokumentierten, gerichtsfesten Abstinenznachweis können MPU-Gutachter von einer stabilen Verhaltensänderung überzeugt werden.
Zusätzlich zum Abstinenznachweis wird im MPU-Verfahren erwartet, dass Betroffene ihre Drogengeschichte glaubhaft aufgearbeitet haben und darstellen können, warum sie künftig dauerhaft abstinent leben werden.
Fehler vermeiden
Typische Fehler bei der Durchführung eines Drogenscreening-Programms sind etwa verspäteter Start des Programms, unregelmäßige Teilnahme oder die Wahl eines nicht anerkannten Labors. All dies kann dazu führen, dass bereits geleistete Abstinenzzeiten nicht anerkannt werden und der Zeitraum erneut beginnen muss.
Eine frühzeitige Planung und Abstimmung mit einer erfahrenen MPU-Beratung hilft, Fehler zu vermeiden und das Programm optimal zu organisieren.
Fazit
Ein Drogenscreening-Programm nach den verbindlichen CTU-Kriterien ist unerlässlich für alle, die ihre MPU wegen Drogen erfolgreich absolvieren möchten. Die sorgfältige und frühzeitige Durchführung sowie die professionelle Begleitung sorgen dafür, dass Abstinenznachweise anerkannt werden und die MPU erfolgreich abgeschlossen werden kann.
